Licht im Office

Am Anfang steht eine einfache aber entscheidende Erkenntnis: Die Entwicklung des Menschen und die biochemischen Vorgänge im Körper sind geprägt von Licht. Die sich über den Tag verändernde Temperatur des Tageslichts  -von kühlem Licht am Morgen zum wärmeren Abendlicht- beeinflusst das Aktivitätspotential des menschlichen Körpers. Viel Tageslicht und eine direkte Sichtverbindung ins Freie sind somit auch in Büroräumen ein wichtiger Faktor für eine gute, ergonomische und produktive Arbeitsatmosphäre. Licht ist also ein elementarer Faktor des menschlichen Wohlbefindens und sollte dementsprechend am Arbeitsplatz besonders sensibel behandelt werden.

Foto: Wästberg, Leuchten: w154 palw126 claesson koivisto rune

Die Mischung macht’s

Die ideale Beleuchtung im Büro, sei es im Open Office mit flexiblen Arbeitsplätzen oder in Individual-Büros, beachtet drei verschiedene Beleuchtungsarten:

Allgemeines Licht besteht aus direkter Beleuchtung, die den Raum flächig ausleuchtet und für die nötige Grundhelligkeit sorgt- vor allem bei nicht ausreichendem Tageslicht ist hier also eine angepasste Lichtplanung entscheidend.

Indirektes Licht sorgt für eine atmosphärische Beleuchtung und ist wichtig, um die Augen zu entlasten. Es gleicht nicht nur störende Schatten der direkten Beleuchtung aus, sondern sorgt auch dafür, dass Gegenstände die nötige „Schattigkeit“ haben, sodass wir diese problemlos als dreidimensionale Körper erkennen. Gleichzeitig sorgt diese atmosphärische Beleuchtung auch für eine dynamischere Lichtverteilung, die den Raum weniger monoton und somit angenehmer wirken lässt.

Die individuelle Arbeitsplatzbeleuchtung wird klassischerweise über eine Schreibtischleuchte geregelt, die nach Bedarf in Position, Helligkeit und Winkel angepasst werden kann. So sollte die Schreibtischfläche beim Lesen eines Dokuments beispielsweise erhellt werden, beim Arbeiten am Bilschirm sollte jedoch dieser die hellste Lichtquelle sein.

Arbeitsplatz mit direktem Deckenlicht, Kombination aus indirekter Beleuchtung und Schallabsorption und gerichteter Arbeitsplatzleuchte

Foto: Constantin Meyer, Projektreferenz GAG

Lux, Lumen, Kelvin

Die Einheiten, mit denen Licht genau eingeordnet und bemessen werden kann, heißen Lux, Lumen und Kelvin.

Lumen bezeichnet die sichtbare Leistung, die von einer Lichtquelle abgestrahlt wird und wird auch Lichtstrom benannt. Bei LEDs ersetzt die Einheit Lumen (lm) die Angabe der Wattzahl, wie sie bei Glühbirnen üblich ist. Lichtplaner arbeiten mit dem sogenannten Leuchtenstrom, hier ist der Lichtverlust, der durch das Design der Leuchte entsteht schon mit einberechnet- anders als wenn man den Lumen-Wert eines einfachen Leuchtmittels ermittelt.

Die Einheit Lux (lx) hingegen bezieht sich nicht auf das Leuchtmittel an sich sondern auf die Lichtwirkung im Raum: Lux benennt die Beleuchtungsstärke, also wieviel Licht auf eine bestimmte Fläche fällt. Dieser Wert wird mit einem Gerät ermittelt, dass Luxmeter heißt, und ist entscheidend, um zu bestimmen, ob die Beleuchtung im Büro ausreichend ist. Gibt es im Umfeld zum Beispiel viele weiße Wände, die gut reflektieren, muss die Lumenzahl der Leuchten niedriger sein als bei einer dunkelroten Backsteinwand, um den gleichen Lux-Wert an einer bestimmten Fläche zu generieren.

In Kelvin (K) wird die Lichtfarbe definiert, je niedriger der Wert ist, desto wärmer ist der Farbton des Lichts. Tageslicht hat eine Farbigkeit oder Wärme von 5300K, ein neutralweißes Leuchtmittel liegt bei 3300-3500K. Vor allem am Morgen ist kühles Licht im Büro aktivierend- ist man nach Sonnenuntergang kaltem Licht ausgesetzt, kann sich dies negativ auf den Biorythmus auswirken, sodass indirekte Beleuchtung mit wärmerem Licht hier für eine angenehmere Lichtsituation sorgt.

Visualisierung Beleuchtungsstärke Arbeitsplatz

Der Bereich des Arbeitsplatzes sollte mit 500lx ausgeleuchtet sein. Zu diesem Bereich zählt die Arbeitsfläche des Tischs sowie die Fläche des Bodens, die mit dem Bürodrehstuhl genutzt wird. Die umliegenden, sogenannten Umgebungsbereiche sollten mit 300lx etwas dunkler sein. Die Verkehrszonen, also die Bereiche, die vor allem als Durchgangsräume genutzt werden, können mit 100lx beleuchtet sein. Durch diese -nicht zu starke- Helligkeitsabstufung ergibt sich ein dynamisch beleuchteter Raum, der hell aber nicht steril wirkt.

Foto: Constantin Meyer, Projektreferenz COO

Blendung vermeiden

Ist das direkte Licht nicht ideal ausgerichtet, kann es zu Blendungen kommen, die die Sehleistung oder den Sehkomfort beinträchtigen. Die Blendung kann sowohl direkt von der Lichtquelle ausgehen oder über spiegelnde Oberflächen entstehen. Abhilfe schaffen zum Beispiel Jalousien bei starkem Sonnenlicht oder matte (Arbeits-)Oberflächen. Bei freiliegenden Lichtquellen ist auf eine geringere Leuchtdichte, also den Wert für die Helligkeitswahrnehmung, zu achten. Besonders unangenehm kann Blendung auf Bildschirmen und Tastaturen sein – deshalb sollten Bildschirmarbeitsplätze im 90° Winkel zu Fenstern ausgerichtet sein und der Bildschirm heller als die Umgebung sein.

Foto: Nimbus Rossoacoustic, Leuchte: Lighting Pad Q

Akustik und Licht

Neben dem richtigen Licht ist auch eine gute Akustik entscheidend für ein angenehmes Arbeitsumfeld. Gerade in größeren Büroräumen mit vielen Arbeitsplätzen, wo zur gleichen Zeit unterschiedliche Aufgaben (wie Telefonate, konzentriertes Arbeiten und kurze Besprechungen) bearbeitet werden, ist eine gute Akkustik essentiell. Verschiedene Konzepte verbinden hier schallschluckende Körper mit direkter oder indirekter Beleuchtung, sodass benötigte Raumelemente reduziert werden können und die Gesamtkonzepte kompakter und stimmiger sind. Im Objektbereich sorgen ausgefeilte Lichtkonzepte nicht nur im Büro sondern auch in Aufenthaltsbereichen wie Bistros oder der Cafeteria für eine angenehme Atmosphäre.

Foto: Projektreferenz Cafeteria Schwimmschule Sharky

Foto: Constantin Meyer, Projektreferenz Cafeteria TCC

Licht bei Stoll Wohnbedarf + Objekt

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