Die Entdeckung einer neuen Dimension. Wie in einem eigenen Planetensystem bildet die Kugel das zentrale Grundelement aller Zusammenhänge: Zu Beginn der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts entsteht förmlich eine neue Welt der Möbelkonzeption. Eine Welt, die einerseits durch ihre in sich geschlossene, vollkommen schlüssige Systematik beeindruckt. Und eine Welt, die sich andererseits gerade durch ihre strenge Konsequenz weit öffnet für ein spannendes Zusammenspiel mit anderen Möbelformen, Designlinien, Gestaltungsideen.
Doch nicht in fernen Galaxien, sondern in einer ganz bodenständigen Region der Schweiz kommt es „auf der grünen Wiese“ zu dieser Entwicklung. Und wir befinden uns in einem Kosmos, der von glänzend verchromten Rohren strukturiert ist, die durch Stahlkugeln verbunden und stabilisiert werden. Zwischen diesen Rohren und Kugeln schaffen metallene Flächen Begrenzungen und in sich geschlossene Räume, fungieren als Blenden, Wände und Türen, lassen auf diese Weise Schränke, Vitrinen, Kommoden, Schubladen, Regale, ganze Wohn- und Arbeitslandschaften entstehen. Wenige, geradezu archaische Grundformen schaffen die Basis für eine grenzenlose Gestaltungs-, Nutzungs- und Ausbau-Vielfalt.

Vom Punkt zur Linie zur Fläche: Das ist das bestechend einfache Grundprinzip des USM Möbelbausystems Haller. Ein Prinzip, das seine Prototypen zum Klassiker und weltweit zum Inbegriff zeitlosen Möbeldesigns werden ließ.
Die Ironie der Geschichte will es, dass dieses einzigartig erfolgreiche Konstruktionsprinzip ursprünglich gar nicht für eine Produktion in größeren Stückzahlen vorgesehen war – und das darüber hinaus keineswegs für die Gestaltung von Möbeln ersonnen wurde. Sondern für eine – und hier schließt sich der Kreis der „kosmischen Betrachtungsweise“ – ungleich gewaltigere Dimension, nämlich für das Errichten großer gewerblicher Fabrikationshallen.
So wurde das USM Möbelbausystem Haller im Grunde genommen weniger entwickelt als entdeckt. Was im Großen als Architektur überzeugte, wurde stringent ins Kleine adaptiert. Und es sollte kein Geringerer als ein Träger des glamourösen Namens de Rothschild sein, der für das familiäre Bankhaus in Paris dieses Möbelbausystem erstmals erwarb und ihm damit die Initialzündung gab, die aus einer genialen Idee ein globales Erfolgsprogramm machte.
Doch von der Entstehung des Unternehmens U. Schärer Söhne AG in Münsingen – kurz: USM – bis zur Entstehung des USM Möbelbausystems Haller war es ein längerer Weg als nur der von der Hallen- zur Möbelkonstruktion. Ulrich Schärer gründet seine Firma 1885 als Eisenwarenhandlungs- und Schlossereiunternehmen, fernab von Design und Möbelbau. Um 1920 entwickelt sich der Betrieb zu einer auf Fensterbeschläge spezialisierten Kleinfabrik, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Produktion auf Metallbau und Blechbearbeitung ausweitet. Anfang 1960 soll mit einem kompletten Neubau der Fabrik der entscheidende Schritt zum modernen Industrieunternehmen vollzogen werden. Fritz Haller, ein junger Architekt im schweizerischen Solothurn mit ersten Wettbewerbserfolgen, erhält den Auftrag. Er entwickelt ein hochfunktionales Stahlbausystem-Gebäude, das vollkommen richtungsneutral konzipiert ist und sich nach Bedarf und Belieben ausbauen lässt.

Neben dem Fabrikgebäude ist auch ein Büropavillon geplant, und weil das System der Fabrikhallenarchitektur rundherum besticht, wird es kurzerhand „minimalisiert“ und zu einem Möbelsystem für Büros und Verwaltung umfunktioniert, eigentlich nur zum eigenen Gebrauch. Bis, so die Legende, das neue Fabrikgebäude einige Zeit später dem erwähnten Spross der de Rothschilds bei einem Ausflug ins Auge fällt. Er inspiziert das Unternehmen neugierig. Kurz darauf kommt eine Order für Büro- und Verwaltungsmöbel im Umfang von rund 600 Arbeitsplätzen.
1969 beginnt die Serienproduktion des USM Möbelbausystems Haller. Nicht nur die klare, unverwechselbare Optik besticht. Schnell gewinnen weitere Vorteile des Systems immer mehr Anhänger. Die durchdachte Grundvermaßung der Elemente lässt sich extrem effektiv nutzen; vor allem in Büros mit ihrem enormen Bedarf an Stauraum für Akten und Unterlagen bleibt kein Kubikzentimeter ungenutzt. Das Grundsystem aus Rohren, Kugeln und Tablaren erweist sich als ein äußerst druck- und zugfähiges, enorm belastbares Traggerüst. 1988 wird erstmals in Deutschland entschieden, dass das USM Möbelbausystem Haller als Werk der angewandten Kunst zu sehen ist und unter Urheberrechtsschutz steht. Die Aufnahme in die Design-Sammlung des Museums of Modern Art in New York (MoMA) im Jahr 2001 ist eine hohe Auszeichnung und bestätigt den Kunst-Charakter des Produkts.
Das ursprüngliche Produktionsgebäude wurde bis heute mehrfach erweitert. Auch in Zukunft bleibt Münsingen Entstehungsort des USM Möbelbausystems Haller, inzwischen mehrfach ergänzt von absolut kompatiblen Programmen wie Kitos oder Display, die auf demselben Systemgedanken beruhen.
Am Anfang ist die Kugel. Ein Ende ist nicht abzusehen.

designklassiker - die Ursprünge des USM Möbelbausystems Haller liegen in der Architektur. In Zusammenarbeit entwickelten der Ingenieur Paul Schärer und der Architekt Fritz Haller vor mehr als 40 Jahren aus architektonischen Strukturen ein Möbelsystem, das Eleganz und technische Perfektion verbindet. Heute gilt es als Designklassiker, vertreten im MoMA, Museum of Modern Art, New York.
wachstum in alle dimensionen - eine verchromte Kugel ist das zentrale Element des USM Möbelbausystems Haller. In alle Dimensionen des Raumes lassen sich Systemrohre an sie anschliessen. In das so entstehende Traggerüst werden Verkleidungs- und Organisationselemente eingesetzt. Individuelle Bedürfnisse des Benutzers bestimmen dabei die Form und Ausgestaltung eines Möbels.
masse - Es gibt kein vorn und kein hinten, alles kann jederzeit überall organisiert werden.
1885
Gründung einer Eisenwarenhandlung und Schlosserei im Hinterdorf von Münsingen bei Bern (CH) durch Ulrich Schärer.
um 1920
Aufnahme der Herstellung von Fensterverschlüssen.
1926
Bau neuer Werkstätten am Bahnhofplatz in Münsingen.
um 1929
Übernahme des Geschäftes durch Robert, Paul und Hans Schärer. Umwandlung der Einzelfirma in die Kollektivgesellschaft U. Schärer Söhne (Väter von Veronika, Robert, Hansueli und Paul Schärer).
ab 1946
Aufschwung in den Nachkriegsjahren; Aufnahme des Metallbaus und der Blechbearbeitung.
1961
Eintritt von Paul Schärer, junior, Dipl. Ing. ETHZ, bei USM.Entscheid zur Verlegung der Firma an die Thunstrasse 55 in Münsingen, mit anschliessendem Architekturauftrag für die neuen Fabrikations- und Verwaltungsgebäude an Fritz Haller, damals Architekt in Solothurn (CH), später Prof. Dr. h.c., an der Universität Karlsruhe (D).
1963
In Zusammenarbeit mit Professor Fritz Haller entsteht das USM Möbelbausystem Haller, zunächst für den Büropavillon an der Thunstrasse 55 in Münsingen.
1965
Einweihung des Neubaus in Münsingen.
1967
Umwandlung der Kollektivgesellschaft in eine Familien AG.
1975
Gründung von USM U. Schärer Söhne GmbH, Bühl bei Baden-Baden, Deutschland. Erweiterungsbauten am Produktionsstandort Münsingen.
1985
100 Jahre USM – Jubiläumsanlässe.
1990
Paul Schärer wird Mehrheitsaktionär.
1992
Aufgabe der Fensterverschlussproduktion zugunsten der USM Möbelbausysteme.
1993
Eintritt der 4. Generation in die Familien AG durch Sohn Alexander Schärer, Dipl. Ing. EPFL.
1994
Gründung von USM U. Schärer Fils SA, Charnay-lès Mâcon, Frankreich.
1995
Gründung von USM U. Schaerer Sons Inc., New York, USA.
1998
Eröffnung des ersten permanenten USM Showrooms in Hamburg.
2001
Aufnahme des USM Möbelbausystems Haller in die permanente Sammlung des Museum of Modern Art MoMA in New York.
2002
Eröffnung des neuen US-Hauptsitzes mit Showroom in SoHo, New York.
2005
Umzug der Verwaltung/Münsingen.
2008
Gründung von USM U. Schaerer Sons K.K., Tokyo, Japan
2009
Umbau der Verwaltung von USM U. Schärer Söhne GmbH in Bühl (DE)
form/funktion:
«Form folgt Funktion» ist Grundprinzip für das USM Produktdesign: Die USM Möbelbausysteme reduzieren sich auf einfache, klare Lösungen und die Funktion ist immer im Design ablesbar. Jeglicher Verzicht auf modische Trends führt zu einer dauerhaften, klassischen Ästhetik.
modularität:
Einrichtungen sind kein Zustand, sondern ein Prozess. Daher muss sich die Form eines Möbels nach seiner Funktion richten - und nicht umgekehrt.
Die USM Möbelbausysteme werden individuell von spezialisierten Vertriebspartnern für spezifische Bedürfnisse geplant. Aus wenigen Elementen entstehen funktionale Bürolandschaften, komplette Arbeitsplätze für zu Hause und Möbel für den Wohnbereich. In jedem Fall massgeschneiderte Lösungen, jederzeit erweiter- und umbaubar; Einzelstücke, die der individuellen Flexibilität und Kreativität genügend Raum lassen.