Verner Panton setzte sich viele Jahre mit unterschiedlichen Techniken auseinander, die es Ihm ermöglichen sollten, einen preiswerten Kunststoffstuhl in industrieller Serienproduktion herzustellen.
Anfang der 60er Jahre stellte Panton gemeinsam mit Vitra einen ersten Prototyp des Panton-Freischwingers her, der 1967 Serienreif war.
Die Fertigungstechnik steckte noch in der Entwicklung und die ersten Modelle des Panton-Stuhls wurden aus fiberglasverstärktem Polyester gefertigt, später folgte eine Version in Polyurethan-Hartschaum (Baydur).
Einen weiteren Schritt, hin zur günstigen Serienproduktion, sollte die Umstellung auf ein Spritzgussverfahren bringen. Doch die ideale Produktionsmethode war noch immer nicht gefunden, da sich herausstellte, dass das Material ermüdete und mit der Zeit brach. So kam es, das Vitra die Produktion des Panton Chairs Ende der 70er Jahre einstellte.
Durch Verner Panton angeregt nahm Vitra Anfang der 80er Jahre die Produktion des Panton Chair wieder auf. Man entschied sich wieder für das zwar aufwendige, aber schon damals sehr zuverlässige Polyurethan-Hartschaum-Gussverfahren. Das Hochglanz lackierte Sondermodel „Panton Classic“ wird bis heute in diesem Verfahren hergestellt.
Durch die Verbesserungen in der Kunststofftechnik kann der Panton Chair seit 1999, so wie es einst von Verner Panton gedacht war, im preisgünstigen Spritzgussverfahren aus durchgefärbten Polypropylen hergestellt werden.
Der Panton Chair hat viele Designpreise gewonnen und ziert die Sammlungen etlicher Museen und Ausstellungen. Seine besondere Form macht ihn zu einem Designklassiker des 20. Jahrhunderts.

Der dänische Architekt und Designer Verner Panton wurde am 13. Februar 1926 in Gamtofte (Dänemark) geboren und war einer der einflussreichsten Designer der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts.
Von 1947 bis 1951 studierte Panton an der Technischen Hochschule in Odense und an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen.
Von 1950-52 arbeitete Panton als Assistent für den dänischen Architekten und Designer Arne Jacobsen und war unter anderem an der Entwicklung des bekannten Jacobsen-Stuhls „Ameise“ beteiligt.
1963 zog Panton in die Schweiz. Hier brachte Ihm die Zusammenarbeit mit dem Möbelhersteller Vitra neu Möglichkeiten.
Verner Panton verstarb am 5. September 1998 in Kopenhagen.
Pantons Entwürfe waren prototypisch für das Design der 1970er Jahre und wirkten häufig eher als Raumskulptur denn als Gebrauchsgegenstand. Er verwendete klare Farben aus dem ganzen Spektrum des Regenbogens. In den 1980er Jahren experimentierte er mit geometrischen Formen. Er war fasziniert von den Möglichkeiten der neuartigen Kunststoffe, die ihm durch ihre Strukturlosigkeit völlige gestalterische Freiheit in Form und Farbgebung gaben. Panton liebte es mit Farben und Materialien zu experimentieren. So kreierte er unter anderem die ersten aufblasbaren Möbel aus Plastik.
„Der Hauptzweck meiner Arbeit ist, die Leute anzutreiben ihre eigene Vorstellungskraft zu nutzen“.
Verner Panton
Seine Vision war vor allem die vollständige Verschmelzung von Funktionen und Raumeinheiten. Möbelensembles sollten in letzter Konsequenz auch auf den Kopf gestellt noch nutzbar sein. Er „fand die Vorstellung lähmend, ein Wohnzimmer zu betreten und genau zu wissen, wo und in welcher Position er dort den Abend zu verbringen hatte.“ Sein Ziel war es auch die traditionelle Dreiteilung des Raumes von Boden, Wänden und Decke komplett aufzuheben. Pantons legendäre Inneneinrichtungskonzepte können als der Zenit seiner Arbeit gesehen werden.