Der Stuhl 3107 von Arne Jacobsen und die verschiedenen Ausführungen in der Serie 7

Der bei weitem größte Verkaufserfolg eines Stuhls in der Geschichte der Firma Fritz Hansen und vielleicht auch in der Möbel-Geschichte überhaupt, ist der Stuhl 3107.
Arne Jacobsen entwarf den Stuhl 3107 um 1955. Seine Gesamtstruktur ist etwas robuster als das legendäre Erfolgsmodell „Ameise“ von 1952, folgt aber demselben Gestaltungsprinzip.

Der Stuhl 3107 von Arne Jacobsen

Stuhl 3107 - Schichtverleimung in Perfektion

Die Sitzschalen sind aus verleimtem, formgepresstem Furnier gearbeitet und können als technischer Höhepunkt der Schichtverleimung angesehen werden. Während der zwanziger und dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Technik von Søren C. Hansen, dem Enkel des Gründers Fritz Hansen, stetig verbessert und perfektioniert.
Für die besondere Form des 3107 nutzte Arne Jacobsen die technischen Möglichkeiten der Schichtverleimung perfekt aus.
Der Stuhl 3107 wird von einem 4-beinigen Stahlrohrgestell getragen. Aus dem Grundentwurf entstehen eine Vielzahl von Variationen, die weltweit verbreitete Serie 7.

 

Serie 7

Die Serie 7 ist die Stuhlreihe von Fritz Hansen mit den meisten Anwendungs-möglichkeiten. Sie sind leicht, stapelbar und bieten Optionen wie Armlehnen oder Rollen. Die Stühle sind in einer umfangreichen Auswahl an Farben und Furnierhölzern erhältlich, Versionen mit Stoff- oder Lederpolsterung runden das Angebot ab. Das Gestell ist entweder verchromt oder satinverchromt und in drei unterschiedlichen Höhen verfügbar.

Kollektion 2011 Eiche natur

Foto: Fritz Hansen
Fritz Hansen 3107 Kollektion 2011 Eiche natur

In der Kollektion 2011 präsentierte Fritz Hansen den Stuhl 3107 in Eiche natur. Das Material ist besonders hart und fest, wirkt aber durch die spezielle Maserung trotzdem sehr elegant und spiegelt gleichzeitig die Stärke und Langlebigkeit des Designs wieder.

 

Der Kinderstuhl 3177

In der Kinderversion 3177 hat der Stuhl eine Sitzhöhe von 32 cm
In der Kinderversion 3177 hat der Stuhl eine Sitzhöhe von 32 cm

Arne Jacobsen

Arne Jacobsen. Foto: Fritz Hansen
Arne Jacobsen. Foto: Fritz Hansen

Arne Jacobsen wurde am 11. Februar 1902 in Kopenhagen (Dänemark)  geboren. Ursprünglich wollte Jacobsen Maler werden, doch sein Vater legte ihm nahe, den sicheren beruflichen Weg des Architekten einzuschlagen. Nach einer Lehre als Steinmetz studierte er von 1924 bis 1927 an der Königlich Dänischen Kunstakademie, unter den beiden führenden Architekten und Designern Kay Fisker und Kaj Gottlob, Architektur.
Noch als Student im Jahre 1925 nahm Jacobsen an der Pariser Weltausstellung „Exposition internationale des Arts Décoratifs et industriels modernes“ teil und gewann dort eine Silbermedaille für den Entwurf eines Stuhls.

1927, bevor Jacobsen die Akademie verließ, reiste er nach Berlin um dort die rationalistische Architektur von Mies van der Rohe und Walter Gropius kennenzulernen. Die beiden Architekten beeinflussten stark seine frühen Arbeiten, so auch seine Abschlussarbeit, den Entwurf einer Kunstgalerie, für den er mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Nach dem Jacobsen die Akademie verlassen hatte, arbeitete er bei dem Architekten Poul Holsoe.

1929 gewann Arne Jacobsen gemeinsam mit dem gleichaltrigen Kollegen Flemming Lassen den dänischen Architekten Association Wettbewerb für die Gestaltung des "House of the Future". Der Entwurf zeigte ein spiralförmiges Flachdach-Haus aus Glas und Beton mit einer privaten Garage, einem Bootshaus und Hubschrauberlandeplatz und machte Jacobsen als ultramodernen Architekten bekannt.

Arne Jacobsen starb am 24. März 1971 in Kopenhagen.

Auszeichnungen

  • 1925: Silbermedaille für einen Stuhlentwurf bei der Pariser Weltausstellung
  • 1929: Gewinner des Wettbewerbs „House of the Future" (gemeinsam mit Flemming Lassen)
  • 1936: Eckersberg-Medaille
  • 1954: Ehrenpreis der Internationalen Kunst- und Architekturausstellung in Sao Paulo für das Massey-Harris-Gebäude
  • 1957: Grand Prix bei der XI. Triennale di Milano
  • 1962: Ehrenmedaille des Akademischen Architektenverbandes
  • 1963: Fritz-Schumacher-Preis
  • 1964: Außerordentliches Mitglied der Akademie der Künste (Berlin), Sektion Baukunst
  • 1966: Ehrendoktor in Oxford, England
  • 1968: Ehrendoktor in Glasgow
  • 1969: Goldmedaille "Pio Manzu" von der Akademie der freien Künste in San Marino
  • 1971: Goldmedaille der Akademie für Architektur in Frankreich

Architektur

  • Bellevue Beach, Klampenborg, Denmark (1932)
  • Bellavista residential complex, Klampenborg, Copenhagen (1931–34)
  • Bellevue Theatre and restaurant, Klampenborg (1935–36)
  • Skovshoved Petrol Station, Skovshoved, Copenhagen (1936)
  • Stelling's House, 6 Gammeltorv, Copenhagen (1934–37)
  • Søllerød Town Hall (with Flemming Lassen), Søllerød, Copenhagen (1938–42)
  • Århus City Hall (with Erik Møller), Århus (1939–42)
  • Allehusene complex (1952)
  • Søholm 1 (1946–50), 2 and 3, terraced houses, Klampenborg
  • Rødovre Town Hall, Rødovre, Denmark (1952–56)
  • Glostrup Town Hall, Glostrup, Copenhagen (1958)
  • Munkegård School, Copenhagen (1957)
  • SAS Royal Hotel, Copenhagen (1958–60).
  • Toms Chocolate Factory, Ballerup, Copenhagen (1961)
  • National Bank of Denmark, Copenhagen (1965–70)
  • Landskrona Sports-Hall, Landskrona, Sweden (1965)
  • St Catherine's College, Oxford, UK (1964–66)
  • Mainz City Hall, Mainz, Germany (1966–73)
  • Christianeum School, Hamburg, Germany (1970–71)
  • HEW Vattenfall Europe, Hamburg, Germany (1970)
  • Royal Danish Embassy, London, UK (1976–77)
  • Parliament House, Islamabad, Pakistan

 

Arne Jacobsen - Der Designer und Architekt

Arne Jacobsen war und ist als herausragender Designer bekannt. Die Bauwerke des an der Kunstakademie in Kopenhagen ausgebildeten Architekten traten dadurch oft in den Hintergrund. Eines der größten Gesamtprojekte Arne Jacobsens, das SAS Royal Hotel im Herzen Kopenhagens, gestaltet er konsequent von der architektonischen Grundidee bis in die kleinsten Details der Innenausstattung. Es entstanden u. a. sensationelle Sessel-Kreationen, denen er Namen wie „Schwan“, „Tropfen“, „Ei“ und „Schüssel“ gab.

Sein Anspruch war es industriell gefertigte Gegenstände in einer Qualität herzustellen, die vergleichbar ist mit dem sorgfältigen Handwerk der Vergangenheit. Während sich Arne Jacobsen im Möbeldesign eher an organischen Formen orientierte, war seine Architektur stark vom deutschen Bauhaus beeinflusst und wurde durch streng durchgeplante Strukturen geprägt. Heute wirken seine Bauten zeitlos, wie die 1932 entstandene Bellavista-Siedlung in Klampenborg (Dänemark).


Die Bellavista-Siedlung in Klampenborg, entstanden 1932


Die Ameise

Die Ameise entstand 1952 und war der Vorläufer des 3107
Die Ameise entstand 1952 und war der Vorläufer des 3107

Abmessungen Stuhl 3107

Die Stuhlmasse des 3107

Prospekt zur Serie 7

ca. 0,5 MB
Prospekt Serie 7 ca. 0,5 MB

Oberflächen und Farben

Das Angebot an Oberflächen und Farben für den 3107 lässt keine Wünsche offen
Das Angebot an Oberflächen und Farben für den 3107 lässt keine Wünsche offen
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