Der bei weitem größte Verkaufserfolg eines Stuhls in der Geschichte der Firma Fritz Hansen und vielleicht auch in der Möbel-Geschichte überhaupt, ist der Stuhl 3107.
Arne Jacobsen entwarf den Stuhl 3107 um 1955. Seine Gesamtstruktur ist etwas robuster als das legendäre Erfolgsmodell „Ameise“ von 1952, folgt aber demselben Gestaltungsprinzip.
Die Sitzschalen sind aus verleimtem, formgepresstem Furnier gearbeitet und können als technischer Höhepunkt der Schichtverleimung angesehen werden. Während der zwanziger und dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde die Technik von Søren C. Hansen, dem Enkel des Gründers Fritz Hansen, stetig verbessert und perfektioniert.
Für die besondere Form des 3107 nutzte Arne Jacobsen die technischen Möglichkeiten der Schichtverleimung perfekt aus.
Der Stuhl 3107 wird von einem 4-beinigen Stahlrohrgestell getragen. Aus dem Grundentwurf entstehen eine Vielzahl von Variationen, die weltweit verbreitete Serie 7.
Die Serie 7 ist die Stuhlreihe von Fritz Hansen mit den meisten Anwendungs-möglichkeiten. Sie sind leicht, stapelbar und bieten Optionen wie Armlehnen oder Rollen. Die Stühle sind in einer umfangreichen Auswahl an Farben und Furnierhölzern erhältlich, Versionen mit Stoff- oder Lederpolsterung runden das Angebot ab. Das Gestell ist entweder verchromt oder satinverchromt und in drei unterschiedlichen Höhen verfügbar.
Arne Jacobsen wurde am 11. Februar 1902 in Kopenhagen (Dänemark) geboren. Ursprünglich wollte Jacobsen Maler werden, doch sein Vater legte ihm nahe, den sicheren beruflichen Weg des Architekten einzuschlagen. Nach einer Lehre als Steinmetz studierte er von 1924 bis 1927 an der Königlich Dänischen Kunstakademie, unter den beiden führenden Architekten und Designern Kay Fisker und Kaj Gottlob, Architektur.
Noch als Student im Jahre 1925 nahm Jacobsen an der Pariser Weltausstellung „Exposition internationale des Arts Décoratifs et industriels modernes“ teil und gewann dort eine Silbermedaille für den Entwurf eines Stuhls.
1927, bevor Jacobsen die Akademie verließ, reiste er nach Berlin um dort die rationalistische Architektur von Mies van der Rohe und Walter Gropius kennenzulernen. Die beiden Architekten beeinflussten stark seine frühen Arbeiten, so auch seine Abschlussarbeit, den Entwurf einer Kunstgalerie, für den er mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Nach dem Jacobsen die Akademie verlassen hatte, arbeitete er bei dem Architekten Poul Holsoe.
1929 gewann Arne Jacobsen gemeinsam mit dem gleichaltrigen Kollegen Flemming Lassen den dänischen Architekten Association Wettbewerb für die Gestaltung des "House of the Future". Der Entwurf zeigte ein spiralförmiges Flachdach-Haus aus Glas und Beton mit einer privaten Garage, einem Bootshaus und Hubschrauberlandeplatz und machte Jacobsen als ultramodernen Architekten bekannt.
Arne Jacobsen starb am 24. März 1971 in Kopenhagen.
Arne Jacobsen war und ist als herausragender Designer bekannt. Die Bauwerke des an der Kunstakademie in Kopenhagen ausgebildeten Architekten traten dadurch oft in den Hintergrund. Eines der größten Gesamtprojekte Arne Jacobsens, das SAS Royal Hotel im Herzen Kopenhagens, gestaltet er konsequent von der architektonischen Grundidee bis in die kleinsten Details der Innenausstattung. Es entstanden u. a. sensationelle Sessel-Kreationen, denen er Namen wie „Schwan“, „Tropfen“, „Ei“ und „Schüssel“ gab.
Sein Anspruch war es industriell gefertigte Gegenstände in einer Qualität herzustellen, die vergleichbar ist mit dem sorgfältigen Handwerk der Vergangenheit. Während sich Arne Jacobsen im Möbeldesign eher an organischen Formen orientierte, war seine Architektur stark vom deutschen Bauhaus beeinflusst und wurde durch streng durchgeplante Strukturen geprägt. Heute wirken seine Bauten zeitlos, wie die 1932 entstandene Bellavista-Siedlung in Klampenborg (Dänemark).
Die Bellavista-Siedlung in Klampenborg, entstanden 1932